Mein geliebtes Vietnam aufs Neue entdeckt ...

von Antje Löhne | 11.10.2018

Einige Jahre ist es bereits her, dass ich das letzte Mal in Vietnam war –  umso mehr freute ich mich darauf Land & Leute wieder aufs Neue zu entdecken. Im September war es dann endlich soweit. Auf meinem Plan stand die Erkundung der Metropole Saigon, Beach Life an der Südostküste, das zentrale Hochland sowie das Mekongdelta im Süden des Landes. Nach einem entspannden Flug mit Qatar Airways landete ich in Ho Chi Minh City (Saigon) oder wie es in Vietnam stylisch heißt: HCMC.

 

Saigon – du aufregend quirlige Stadt!

Von meinen Kollegen in Vietnam hatte ich erfahren, dass ich am Unabhängigkeitstag (2. September) landen würde. Das fand ich natürlich besonders spannend und war neugierig, wie die Vietnamesen diesen Feiertag wohl begehen werden. HCMC stellte ich mir laut, stickig, stressig und feucht-heiß vor – ich erwartete eine Megacity mit Verkehrschaos und hupenden Mopeds. Aber dann war es doch ganz anders! In der Ankunftshalle des Flughafens erwartete mich mein freundlicher Fahrer, der mich zu meinem Resort am Saigon River bringen sollte. Ich wunderte mich, dass es so leise, geordnet und strukturiert zuging. Aber klar, es war ja ein Feiertag und die Vietnamesen fuhren über den Nationaltag zu ihren Familien. Die meisten Firmen geben hierzulande sogar noch einen zusätzlichen freien Tag obendrauf, so dass auch weit entfernte Familienmitglieder besucht werden können.

 

HCMC war wie leer gefegt und dennoch für mich in seiner Geschäftigkeit sehr beeindruckend: echt imponierend, wie hier der Verkehr geregelt wird, es gibt sogar extra Moped-Spuren. Fasziniert beobachtete ich das rege Treiben auf den Straßen: alle tasten sich irgendwie auf eine Kreuzung zu, es wird gehupt und rote Ampeln oder Fußgängerüberwege werden manchmal einfach ignoriert. Ich fragte meinen Fahrer, ob es in Vietnam eine Helmpflicht gibt, schließlich sah ich so viele Vietnamesen ohne Helm, oft zu dritt oder zu viert auf den Mopeds. Er lächelte und sagte „Ja“. „Aber was passiert, wenn sie von der Polizei angehalten werden und ohne Helm fahren?“ Er lächelte mich wieder an und meinte: „Dann bezahlen sie eine Strafe in der gleichen Höhe eines neuen Helmes“.

Nach dem quirligen Gewusel freute mich auf mein Hotel, das An Lam Retreats Saigon River. Dort angekommen begrüßte mich mein Butler Hung, nahm mir mein Gepäck ab, umsorgte mich, war immer in greifbarer Nähe und arrangierte mir eine Nighttour durch die City – ich wollte Saigon unbedingt bei Nacht erleben. WOW! Was für Eindrücke und Bilder – alle Wolkenkratzer wurden zur Feier des Tages bunt illuminiert – in den Farben Vietnams. Besonders angetan hat es mir der Landmark 81 Tower im District 1. Wie sollte ich bei so vielen neuen Eindrücken einschlafen?

 

Mit dem Zug durchs Land …

Obwohl Downtown, wurde ich von fröhlichem Vogelgezwitscher geweckt. An meinem zweiten Tag in Vietnam erwartete mich eine Zugfahrt von „Ga Saigon“ bis „Ga Nha Trang“ (vor mir lagen 7 Stunden Fahrt, oh weh). Laut meinem Fahrer sollte der Zug um 08:15 Uhr aufgerufen werden und auf die Minute genau konnten wir durchs Gate zum Zug. An Bord wurde ich dann mit vietnamesischer Popmusik begrüßt. In meinem Abteil wartete ein Bett mit Kissen und Decke, USB-Anschluss, Klimaanlage und einem Tisch mit Plastikblumenstrauß. Es war echt gemütlich und wir fuhren pünktlich um 09:00 Uhr ab – beeindruckend!

Nach einer Stunde bekam ich Gesellschaft von einer schwangeren Frau. Ich holte meine Karte von Vietnam und fragte sie, wohin sie denn reisen würde – natürlich mit Händen und Füßen. Sie zeigte auf Hanoi, also noch 23 Stunden entfernt – Respekt! Niemand muss an Bord eines vietnamesischen Zuges verhungern. Es gibt fast stündlich Reis, Suppen, Würstel am Spieß, Kaffee, Snacks, Cracker und frische Früchte. Die Händler preisen in voller Lautstärke ihre Waren an und die Zuggäste kaufen fleißig ein – da Essen für die Vietnamesen sehr, sehr wichtig ist. Sie genossen es in ihren Abteilen und legten sich danach auf ihre Betten für einen Mittagsschlaf. Es einfach alles sehr entspannend.

Für alle, die eine weite Reise vor sich haben, gibt es natürlich auch Toiletten und Waschmöglichkeiten an Bord – einzige Fehlanzeige: Toilettenpapier! Kein Wunder, dass ich so viele Vietnamesen im Wartebereich der Bahnhofshalle mit Toilettenpapier gesehen habe. Ein wichtiger Reisebegleiter bei den Zugfahrten … das habe ich gelernt. Pünktlich um 16.00 Uhr kam ich in Nha Trang an und ich freute mich auf das erste Beach-Resort meiner Reise und eine Abkühlung.

 

Beach Life – have you ever seen a place like this?

Am Bahnhof wurde ich herzlich empfangen und nur eine kurze Autofahrt lag noch zwischen mir und einem Sundowner im The Anam Resort. Der deutsche Resident Manager, Norbert, begrüßte mich herzlich und lud mich auf einen Cocktail ins „Lang Viet“ Restaurant ein. Ein fantastischer Blick auf das Meer und die untergehende Sonne – wundervoll! Danach ließ ich es mir auf die südvietnamesische Art gut schmecken – es gab spicy Beef in a Pot mit steamed Rice zum Dinner. Was für ein erlebnisreicher Tag! Ich fiel glücklich und zufrieden in mein superweiches Bett.

Hello sunshine! Ein atemberaubender Blick eröffnete sich mir beim Öffnen der Vorhänge meiner Villa – ich erblickte das Meer und den üppig-grünen Garten des The Anam Resorts zum ersten Mal bei Tageslicht. In der Nacht gab es einen heftigen Regen, aber das kann die fleißigen Vietnamesen nicht erschüttern. Sie wuselten längst schon überall im Resort herum, sammelten Blätter auf und pflegten in ihrer heiteren Geschäftigkeit liebevoll den traumhaften Garten.

 

Diesem Eifer wollte ich in nichts nachstehen und folgte der Einladung von Mr. Umesh – dem Yogalehrer aus Indien und echten Superstar des Resorts: ich nahm teil an seiner Morning-Class mit Blick über das Meer und der aufgehenden Sonne. Er startete mit Pranayama, danach ein paar Asanas und zum Abschluss eine Meditation, die vom Meeresrauschen umrahmt wurde. Was für ein belebender Start in den Tag! Mein Frühstück hatte ich mir nun wirklich verdient. Begleitet von leisen Klavierklängen eines 70-jährigen Pianisten – der alle Stücke ohne Noten spielte – arbeitete mich kulinarisch vor von westlich nach asiatisch; ich startete mit Joghurt und frischen Früchten und endete mit Suppe, Dim Sum und Sushi. Was für ein Genuss!

Ich nahm Abschied und konnte mich gleich auf ein weiteres Resort am Strand freuen: das An Lam Retreats Ninh van Bay. Das Hotel ist wirklich der Inbegriff eines Traumresorts: wild-romantisches Ambiente mit Wasserfall, eine Organic Farm, Yoga-Pavillion mitten im Dschungel mit Blick auf das Meer und großzügige, luxuriöse Villen mit Holzbadewannen, und, und, …ich kam an und wollte nie mehr weg! Das Trinkwasser kommt aus der eigenen Quelle, die Kräuter und Gewürze aus dem liebevoll angelegten Garten des Resorts. Am Abend verwandelt sich die offene Kuppel des Sen Restaurants in „ the most romantic location“ Südvietnams. Have you ever seen a place like this?

 

Kaiserliche Zitadellen und der „Fluss der Wohlgerüche“

Am nächsten Tag hieß es früh aufstehen! Nach einem kurzen Inlandsflug erreichte ich Danang in Zentralvietnam. Übrigens: auch die Vietnamesen sind Frühaufsteher – ich sah sie auf den Straßen ihre Suppe schlürfen und in den zahlreichen Coffee Shops genossen sie ihren geliebten süßen vietnamesischen Kaffee. Angekommen in Danang ging es per PKW über den spektakulären Wolkenpass nach Hue. Die 20 km lange Panoramastraße, die sich über 500 Meter hohe Berge schlängelt, sollte man unbedingt gesehen haben. Warum heißt diese Passstraße eigentlich so? Weil die hohen Berge meist in Wolken gehüllt sind. Der Weg ist hier auf jeden Fall das Ziel …

Am späten Nachmittag erreichten wir die alte Kaiserstadt Hue. Gespannt auf die nächtliche Stimmung der Stadt machte ich mich bei Anbruch der Dämmerung auf den Weg zu meiner ersten Erkundung. Ich war überwältigt: Palastmauern, Tempel, imposante Kolonialhotels, eine vielversprechende Gastronomieszene, die romantisch illuminierte Uferpromenade des berühmten Parfüm-Flusses, Drachenboote, unzählige Cyclos (die typischen Fahrradrikschas in Hue), Märkte und angesagte Coffee-Shops, in denen sich die jungen Vietnamesen treffen.

 

Hue bei 45 Grad Celsius besichtigen? Das geht! Vorbereitung und ein erfahrener Guide sind alles! So rüstete ich mich am nächsten Tag mit genügend Trinkwasser, einem Sonnenschirm, einem Hut sowie meinem neuen vietnamesischen Fächer aus und zog voller Erwartungen los in Begleitung meines Deutsch sprechenden Guide Herrn Du – der wie viele Vietnamesen einst im Austausch in der DDR war. Du wusste einfach alles! Wir besichtigten die Thien Mu Pagode am Parfümfluss, die kaiserliche Zitadelle und machten eine Tour per Cyclo durch die Altstadt. Auf dem Weg zur Besichtigung passierten wir eine rot getünchte Schule – und ich spürte sogleich, dass das ein besonderer Platz sein muss. Du erklärte mir, dass dies die Schule sei, auf die Ho Chi Minh einst ging – noch heute eine Eliteschule!

Nach einem erlebnisreichen Tag freute ich mich auf mein Hideaway am Rande Hues – dem Alba Wellness Hue mit heißen Quellen und einem spektakulären Bergpanorama. Für mich war schnell klar: dies ist der neue Stern am Wellnesshimmel. Mit dem Fahrrad konnte ich mich bequem durch die fantastische Gartenanlage des Resorts bewegen – eine tolle Idee! Am nächsten Morgen musste ich leider schon wieder Abschied nehmen und sah auf dem Weg zum Flughafen inmitten üppig grüner Reisfelder zwei sehr imposante Wasserbüffel stehen. Was mir ebenfalls auffiel: auch die „kleinen“ Vietnamesen sind schon früh auf den Beinen. Die Schule beginnt hierzulande schon um 7.00 Uhr. Dafür ist ein Mittagsschlaf Pflicht und gegen 16.00 Uhr machen sich die Schüler wieder auf den Heimweg.

 

Im Delta der neun Drachen

Fluss der neun Drachen“ nennen die Vietnamesen den Mekong aufgrund seiner zahllosen Arme und Nebenarme. Per Flugzeug verließ ich Zentralvietnam in Richtung Süden ins Mekongdelta nach Cai Be. Dort begrüßte mich ein Bootsmann und brachte mich zur Mekong Lodge – einer Bungalowanlage, die direkt am mächtigen Strom liegt. Dann stand eine Fahrrad-Tour auf dem Programm. Mein Guide Hung kannte sich sehr gut aus – auf Schleichwegen und Seitenstraßen erkundeten wir das Mekong-Delta, überquerten Brücken, passierten urige Dörfer und prächtige Märkte, kamen mit Einheimischen ins Gespräch und nahmen sogar die öffentliche Fähre zum Überqueren des Flusses.

Zurück in der Lodge wurde ich bereits vom Küchenchef und seinem Team erwartet, die für mich einen Kochworkshop vorbereitet hatten. Auf dem Menüplan standen Wantan-Suppe, Frühlingsrollen mit Schrimps, Squid-Fish süß-sauer und frische Pomelo. Sehr lecker! „Das Leben auf dem mächtigen Mekong“ – das war auch das Thema des nächsten Tages. Mit einem traditionellen Sampan-Boot tauchte ich in das bunte Treiben auf dem Fluss ein. Es war wundervoll!

Das Rezept habe ich natürlich mitgebracht – ihr findet es hier. Lasst es euch schmecken! 

 

Abschied

Ich konnte Vietnam natürlich nicht verlassen ohne eine Schüssel der köstlichen Pho (traditionelle Eintopf-Suppe) probiert zu haben. Es gibt sie in vielen Variationen und überall zu kaufen, ob in den unzähligen Garküchen auf der Straße oder auf Märkten und im Restaurant. Pho Bo mit Rindfleisch und Pho Ga mit Hühnchen und natürlich auch vegetarisch, dann meist mit Tofu. Mein Guide Hung führte mich zu seiner Lieblings-Suppenküche – ein gelungener Abschied.

 

Mein geliebtes Vietnam, du bist so wunderbar - ich werde wiederkommen!

 

 

Ihr wart auch schon in Vietnam unterwegs und habt dort einiges erlebt? Erzählt uns davon - wir sind gespannt! Und wenn Euch Antje´s Reisebericht gefallen hat, freuen wir uns natürlich, wenn Ihr ihn auch mit Euren Freunden teilt!


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