Auf Safari im Land des Leoparden

von Julia Andre | 20.11.2017

Die Nächte sind kurz. Noch im Dunkeln heißt es aufstehen, fertig machen und aufbrechen. Wer auf Entdeckung geht in den Nationalparks Sri Lankas, der wählt meist die frühen Morgenstunden. Wenn es von Osten her langsam dämmert, wenn Nebelschwaden über die Erde ziehen – dann ist die beste Zeit für eine Safari! Schnell ist die Müdigkeit angesichts der exotischen Tierwelt vergessen.

Wenn es um Safaris geht, denken viele wohl zunächst an die großen Nationalparks in Afrika. Giraffen, Löwen – die Big Five der endlosen Savannen und Steppen. Weniger bekannt - doch keineswegs weniger sehenswert - sind aber auch die zahlreichen Nationalparks auf der Tropeninsel Sri Lanka. Trotz seiner vergleichsweise kleinen Landfläche kann das Land mit einer unglaublichen Vielfalt an Tierarten aufwarten – viele davon sind sogar nur hier zu finden. So spricht man auch stolz von seinen „eigenen“ Big Five: Der asiatische Elefant, der Lippenbär, der Wasserbüffel, der riesige Blauwal in den Küstengewässern der Insel und natürlich der Leopard. Es wird vermutet, dass sich hier – besonders im großen Yala-Nationalpark – die weltweit größte Dichte der grazilen Großkatze befindet. Der Leopard ist ganz klar der Star unter den Big Five. Die Chance auf seinen Anblick lockt sogar die größten Langschläfer aus dem Bett.

Bereits vor Öffnung des Nationalparks um fünf Uhr morgens trifft man sich vor den Eingangstoren. An heißem Tee wärmt man sich die Finger und ein mitgebrachtes Frühstück weckt langsam die Lebensgeister. Die Safaris sind Jeep-Safaris. Während man ungeduldig wartet, wird die Schlange vor dem Eingang immer länger. Ist es endlich soweit, freut man sich, den Fahrtwind zu spüren und die anderen Jeeps hinter sich zu lassen. Es dauert meist nicht lange, da lassen sich schon die ersten Bewohner des Parks bewundern: Scharen von Wasserbüffeln mit ihren imposanten Hörnern suhlen sich in Wasserlöchern. Erhabene Pfauen stolzieren durch das Gras und zahlreiche bunte Vögel sitzen in den Baumwipfeln. Und nicht nur exotische Tierarten nennen den Park ihr Zuhause: Erstaunt sieht man auch bei uns heimische Tiere wie Rehe, Füchse oder freilaufende Hähne. 

Ein Krokodil liegt behäbig auf einem Hügel und ein Elefant sucht im Unterholz mit seinem Rüssel nach Futter. Der asiatische Elefant ist nicht so groß wie sein afrikanischer Verwandter – und doch ist auch er schon recht eindrucksvoll.

Die Fahrer der Jeeps stehen untereinander in Funkkontakt. Man gibt sich Bescheid, wenn der begehrte Leopard irgendwo gesichtet wurde. Wie aufgescheucht rasen dann alle an einen Ort und versuchen, sich die besten Plätze zu ergattern. Sehr touristisch geht es dann zu und nicht für jedermann mag dies eine schöne Vorstellung sein. Und doch ist es zweifelsohne eine spannende Erfahrung, wenn die Raubkatze sich dann zeigt. Meist wird sie durch eine Herde von Büffeln angekündigt, die panisch durch das dichte Gebüsch zu fliehen versucht. Und hinterher schleicht dann in kurzem Abstand der Leopard und gewährt den Besuchern einen flüchtigen Anblick. Anmutig und grazil – der heimliche König Sri Lankas!



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